S-Acetylglutathion – Pharmazentralnummer 215 2004

S-Acetylglutathion ist ein pharmazeutischer Wirkstoff in Pulverform zur Herstellung des Rezeptur-Arzneimittels Eumetabol® durch die Apotheke. Es ist grundsätzlich in jeder Apotheke zu bestellen bzw. zu kaufen. Die genaue Rezeptur wird im Rahmen der Erschöpfungstherapie nach Dr. med. Ohlenschläger® vom Arzt oder Heilpraktiker festgelegt, der auch Dosierung und Darreichungsform empfiehlt.

Was verbirgt sich hinter der komplizierten Bezeichnung S-Acetylglutathion?


S-Acetylglutathion (engl. Acetyl Glutathion) ist ein Derivat des Glutathions, das heißt dessen „chemischer Abkömmling“. Glutathion ist ein schwefelhaltiges Tripeptid (ein kleines Eiweiß), das von Natur aus im gesamten menschlichen Körper vorkommt und vom Organismus selbst gebildet wird. Glutathion ist in verschiedenen Formen an lebenswichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Die für den Organismus entscheidende Form ist dabei das sogenannte reduzierte oder aktive Glutathion (G-SH, Abb. 1). In dieser Form kann Glutathion Elektronen an andere Moleküle abgeben. Damit ist es in der Lage, die sogenannten freien Radikale unschädlich zu machen – Atome bzw. Moleküle, die bei der normalen Zellatmung entstehen und die für viele Zellbestandteile gefährlich werden können.

Bei einer Glutathion-Therapie ist es ausschlaggebend, daß der Spiegel an aktivem, reduziertem Glutathion (G-SH) innerhalb der Zellen erhöht wird, denn nur in dieser Form ist das Tripeptid nützlich für den Organismus. G-SH ist allerdings so reaktionsfreudig, daß genau diese Aufgabe sehr schwierig ist: Bis es dort ankommt, wo es helfen soll, ist es längst oxidiert und kann nicht mehr so wirken, wie es soll. Reines G-SH hat – selbst als Infusion – eine Halbwertszeit von nur 1,6 Minuten, so daß es als Wirkstoff im Rahmen einer Glutathion-Therapie nicht sinnvoll ist. Dies wurde bereits in den 1980er und 1990er Jahren wissenschaftlich nachgewiesen.

Die Lösung liegt in der Erschöpfungstherapie nach Dr. med. Ohlenschläger®. Die wissenschaftliche Forschungsarbeit des Biochemikers und erfolgreichen Arztes lieferte die Grundlage, reduziertes Glutathion so aufzubereiten, daß es therapeutisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Dr. Ohlenschläger wandte eine sehr bewährte und effektive Methode an, um das Tripeptid zu stabilisieren: die Acetylierung. Bekanntestes Beispiel für dieses Verfahren ist wohl die Acetylsalicylsäure (ASS). In verschiedenen Arbeitsschritten wird aus reduziertem Glutathion die Feinchemikalie S-Acetyl-L-Glutathion und schließlich der pharmazeutische Wirkstoff S-Acetylglutathion. Als solcher ist das reduzierte Glutathion einerseits vor vorzeitiger Reaktion auf dem Weg zur Zelle geschützt (Abb. 2), andererseits kann es die Zellmembran leichter passieren und so in die Zelle gelangen. S-Acetylglutathion ist exklusiv in Eumetabol® enthalten.

 

Abb. 1: Reduziertes („aktives“) Glutathion. Die bindungsfreudige SH-Gruppe bewirkt eine sehr schnelle Oxidation. Mit einer Halbwertszeit von 1,6 Minuten ist ein therapeutischer Einsatz nicht sinnvoll möglich.

 

 

Abb. 2: S-Acetylglutathion mit geschützter SH-Gruppe. Der Wirkstoff kann unbeschadet in die Zelle gelangen und ist damit hochgradig bioverfügbar. Eine nachhaltige Therapie ist somit möglich.

 

Quellen:

  • Buhl R, Vogelmeier C, Crittenden M et al. Augmentation of reduced glutathione levels in the epithelial lining fluid of the lower respiratory tract by direct aerosol administration of glutathione. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 1990;87:4063–4067
  • Myhill S et al. Chronic fatigue syndrome and mitochondrial dysfunction. Int J Clin Exp Med 2009;2(1)1–16
  • Wendel A, Cikryt P. The level and half-life of glutathione in human plasma. FEBS Letters 1980;120:209–211

   
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