Cancer-Fatigue: Unterschätztes Problem

Die Bezeichnungen Fatigue-Syndrom, Fatigue (franz.: „Müdigkeit, Erschöpfung“) und Erschöpfungs-Syndrom werden in der Medizin in unterschiedlichen Zusammenhängen verwandt. Die Fatigue-Symptome umfassen einen Symptomenkomplex, der bei verschiedenen chronischen Erkrankungen anzutreffen ist, unter dem aber vor allem auch Krebs-Patienten leiden (Cancer-Fatigue, Tumor-Fatigue oder krebsbedingte Fatigue).

Die wesentlichen Fatigue-Symtpome sind quälende Müdigkeit, Antriebslosigkeit und extreme Schwäche. Emotionale Krankheitszeichen wie Niedergeschlagenheit oder geistige Erschöpfung verschlimmern das Leiden. Cancer-Fatigue kann im Gegensatz zu normaler Müdigkeit nicht durch ausreichende Erholungs- und Schlafphasen überwunden werden. Die krebsbedingte Erschöpfung ist für die Patienten außerordentlich belastend und kann sie bis hin zur schweren Behinderung beeinträchtigen. Dabei verstärken sich die Probleme häufig gegenseitig, denn die ausgeprägte Schwäche führt zu Bewegungsmangel. Dadurch wiederum wird die Leistungsfähigkeit weiter gemindert. Schwäche und Müdigkeit nehmen zu, was eine stärkere Schonhaltung provoziert.

Was leider oft nicht gesehen wird: Fatigue-Symptome sind ernst zu nehmende, körperliche Beschwerden – genau wie Entzündungen, Schmerzen oder Funktionsbeeinträchtigungen auch. Es handelt sich also keineswegs um „psychische Erscheinungen“, „unwesentliche Nebenwirkungen der Krebs-Therapie“ oder gar „Einbildung“.

Wie sehr die Beschwerden bei der Cancer-Fatigue selbst von Therapeuten oftmals unterschätzt werden, zeigen einige Zahlen:

  • Zum Zeitpunkt der Krebs-Diagnose klagen 40 % der Patienten über Fatigue-Symptome. Unter Chemotherapie sind es 80 %, unter Strahlentherapie 90 %.
  • Für 52 % der Krebs-Patienten ist die Cancer-Fatigue die quälendste Alltagsbeeinträchtigung. Als deutlich weniger belastend wird an zweiter Stelle der Schmerz empfunden (11 %).
  • 41 % der Patienten geben auf die Frage, ob sie in der Krebs-Therapie die Verminderung der Erschöpfung oder die Schmerzlinderung für wichtiger halten, die Cancer-Fatigue an; von den Onkologen meinen dies nur 5 %.

Krebstherapie: Verminderung der Erschöpfung oder die Schmerzlinderung „Ich halte die Verminderung der Erschöpfung
für wichtiger als die Linderung der Schmerzen“
betonen 41 % der Krebs-Patienten

 

Das Problem wird weiter verschärft durch die Dauer der Beschwerden. Sie können noch viele Jahre nach Abschluß der Therapie anhalten und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Dies belegen z.B. Zahlen zum Thema Fatigue und Brustkrebs, der international am weitesten verbreiteten Krebs-Erkrankung bei Frauen:

   
Während der Chemo- und Strahlentherapie      Rund 2,5 Jahre nach Therapieabschluss ...      Bis zu 10 Jahre nach der Behandlung ...      


Das Schlimme dabei: Das Verständnis der Umwelt für die Fatigue-Problematik nimmt immer weiter ab, je länger die Krebserkrankung zurückliegt.

 

Quellen:

  • Baumann FT, Wajda S, Bloch W. Einflüsse von körperlichen Aktivitäten auf das Fatiguesyndrom von Brustkrebspatientinnen. Zeitschrift für Komplementärmedizin 2009;1:14–18
  • Hofman M, Ryan JL, Figueroa-Moseley CD et al. Cancer-Related Fatigue. The Scale of the Problem. The Oncologist 2007;12(Suppl.1):4–10
  • Linke J. Cancer Fatigue und gestörte Ruhe/Aktivitäts-Regulation bei Mammakarzinom-Patientinnen. Eine explorative Fall-Kontroll-Studie. Univ. Diss., Med. Fakultät Charité – Universitätsmedizin, Berlin 2009
  • Stone P, Richards M, Herr RA et al. A study to investigate the prevalence, severity and correlates of fatigue among patients with cancer in comparison with a control group of volunteers without cancer. Annals of Oncology 2000;11:561–567
  • Vogelzang NJ, Breitbart W, Cella D et al. Patient, caregiver, and oncologist perceptions of cancer-related fatigue: results of a tripart assessment survey. Seminars in Hematology 1997;34:4–12

   
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