Nach der Tumorerkrankung: Über Krebs schwebt ein „zweiter Schatten“

Hildegard Kaulen in der FAZ: Tumorbedingte Erschöpfung als schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität ernst nehmen

Ebenso einfühlsam wie informativ beschreibt Hildegard Keulen in der renommierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie stark und vor allem wie häufig Menschen mit Krebs unter sogenannter tumorbedingter Erschöpfung leiden. Gleich zu Anfang betont die Autorin, daß es sich bei dieser zermürbenden Mattigkeit keineswegs um eine belanglose Befindlichkeitsstörung handle. Vielmehr stelle die Cancer-Fatigue „eine schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität“ dar, „die den Patienten oft mehr zu schaffen macht als der Tumorschmerz“.

Auch das Krebsforschungszentrum Heidelberg verzeichne viele Anfragen von Krebs-Patienten, die wissen wollen, warum sie noch längere Zeit nach der Tumor-Therapie so müde und schwach seien, daß sie ihren Alltag kaum bewältigen könnten. Die Autorin spricht auch eine besondere Schwierigkeit an: Viele Patienten, die sich nach der Therapie dauerhaft „matt, schwerfällig und traurig“ fühlen, wagen es nicht, über ihre Beschwerden zu sprechen. Dabei gehe man davon aus, daß 60 bis 100 Prozent der Krebs-Patienten unter Fatigue leiden – bei 17 bis 38 Prozent halten die Beschwerden auch ein halbes Jahr nach der Behandlung noch an.

Die Autorin erläutert den Unterschied zwischen Fatigue und Depression und geht auf verschiedene medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungsansätze ein. Wichtig sei es jedoch vor allem, die Müdigkeit und Erschöpfung, das Gefühl überfordert zu sein und nichts mehr leisten zu können, ernst zu nehmen. Denn, so hebt sie hervor: „Die Patienten bilden sich die Symptome nicht ein“. Allein das Wissen darum, wie viele Menschen von Cancer-Fatigue betroffen sind, könne eine große Entlastung für die Betroffenen bedeuten. Ängste – zum Beispiel vor einem Rückfall, der sich durch die immense Erschöpfung vermeintlich ankündige – könnten so verringert werden.


Autoren:

  • Hildegard Kaulen



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