Überlegungen zur Krankheitsentstehung der Fatigue in gyne (Teil 1)

Verschiedene Erkrankungen haben Erschöpfung als prägendes Symptom – einheitlicher Therapieansatz mit S-Acetylglutathion vorgeschlagen

Im Teil 1 des Beitrages der Frauenärztin Prof. Dr. med. Ingrid Gerhard stehen vier Erkrankungen im Mittelpunkt, deren Vorkommen bei Frauen – besonders bei Frauen in den Wechseljahren – deutlich erhöht ist. Es handelt sich zum einen um drei Krankheitsbilder, die auch als unterschiedliche Ausprägungen eines einzigen Syndroms interpretiert werden: die Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS), das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) und das Chronische Fatigue-Syndrom (CFS). Zum anderen geht es um Brustkrebs bzw. die damit in aller Regel verbundene Tumor-Fatigue.

Allen Krankheitsbildern gemeinsam ist ein prägendes Symptom: extreme Erschöpfung und Erschöpfbarkeit. Die ausgeprägte Schwäche führt zu starken Einschränkungen in Lebensqualität, Beruf, Alltagsleben und Leistungsfähigkeit. Viele Betroffene zeigen ein ausgeprägtes Schon- und Vermeidungsverhalten, das bis zur sozialen Isolation führen kann. Der Leidensdruck ist enorm.

Einheitliche Therapieempfehlungen für MCS, FMS und CFS oder die Cancer-Fatigue existieren derzeit nicht. Die Autorin bezeichnet allerdings eine Therapiemöglichkeit aufgrund erster klinischer Erfahrungen als vielversprechend: die Therapie mit S-Acetylglutathion. Begründet wird dieser Behandlungsansatz aus den vermuteten Mechanismen der Krankheitsentstehung heraus. Dazu stellt Prof. Gerhard zunächst verschiedene Studienergebnisse vor und erläutert die in der Forschung verbreiteten Theorien zur Genese der vier Erkrankungen bzw. der damit zusammenhängenden Erschöpfung. Bei sehr vielen Untersuchungsergebnissen steht ein vorhandener Glutathion-Mangel im Blickfeld. Die Autorin sieht daher S-Acetylglutathion als möglichen Schlüssel einer gezielten Therapie der Erschöpfung bei MCS und Fibromyalgie, bei chronischem Fatigue-Syndrom und Cancer-Fatigue an.

Teil 2 des Artikels wird sich unter anderem den Ergebnissen einer derzeit laufenden Therapiestudie mit S-Acetylglutathion widmen.


Autoren:

  • Prof. Dr. med. Ingrid Gerhard



Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der Ausgabe 03/2012 der Zeitschrift gyne – Fachzeitschrift für den Arzt der Frauen.
www.gyne.de

   
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